Sant Thakar Singh: Gott dient, weil er vollkommen ist, und er ist vollkommen, weil er nur dient.

Satsang vom 12.4.1990

Jeder möchte nur für sich leben und denkt: "Alle sollten für mich arbeiten. Ich sollte genießen und nicht arbeiten, sondern sollte etwas erhalten. Das ist jedermanns Hauptanliegen. Doch was ist das wahre Anliegen Gottes? Dass wir von niemandem etwas erhalten und erwarten sollten, sondern dass wir leben, um allen zu dienen. Dienen vor Eigennutz! So wie Gott dient: Er benötigt von niemandem etwas, er ist ganz und gar vollkommen. Der Grund für seine Vollkommenheit liegt darin, dass er anderen dient. Und der Grund, warum uns stets alles fehlt, ist, dass wir immer alles für uns selbst haben möchten. Wenn wir auch beginnen, anderen zu dienen, dann wird uns Gott alles geben, jede Art von Kraft, Weisheit und Schätzen, so dass wir nie mehr Mangel an irgend etwas leiden. Dies geschieht, wenn ihr fortfahrt, für Gott zu arbeiten, wenn ihr im Namen Gottes seinen Kindern dient, denn Gott ist in seinen Kindern gegenwärtig.

Wollt ihr Gott lieben, wollt ihr Gott dienen, liebt seine Kinder! Dies ist ein einfacher Vorgang. Haben wir einen sehr reichen, starken, bedeutenden Nachbarn, können wir nicht einfach auf ihn zugehen, wenn wir ganz arm sind und nichts für ihn haben. Ihr wollt ihm dienen, aber ihr habt keine Verbindung zu ihm. Dann beginnt, seinen Kindern etwas Gutes zu tun, denn die Kinder kommen meistens heraus aus dem Haus auf die Straße, und seid liebevoll zu ihnen - sie kennen keine weltlichen Unterschiede. Sie sind ganz einfach, und wir brauchen nur mit ihnen zu spielen und nett zu ihnen zu sein, dann werden sie zu euch kommen und gerne mit euch zusammensein.

Am Abend oder wann immer sie nach Hause zurückkehren, erzählen sie dem Vater, der Mutter Gutes über euch. Sie sagen: "Ich habe einen sehr guten Freund gefunden, er ist sehr nett. Er mag mich sehr gern, und ich bin sehr gern mit ihm zusammen." Ein, zwei oder drei Tage wird der Vater nicht reagieren, aber es wird in ihn eingehen, und er wird sich fragen: "Wer ist das, der so liebevoll zu meinen Kindern ist, dass sie so sehr von ihm angezogen und so glücklich sind? Sie haben wirklich Freude." Und nach drei, vier Tagen wird er die Kinder auffordern: "Gut, lasst mich mit zu eurem Freund gehen, der euch so lieb ist, dem ihr so verbunden seid, mit dem ihr glücklicher seid als mit uns." Dies wird den großen Unterschied zwischen euch ausgleichen, er wird kommen oder euch rufen lassen. Er wird Gefallen an euch finden und euch etwas geben - eine Verbindung ist entstanden.

Auf diese einfache Weise finden wir Gott - wir lieben ihn, und wo er ist, sollten wir ihn lieben. Und Gott ist in allen Herzen gegenwärtig, und ganz besonders in jenen Herzen, die eigens für ihn vorbereitet sind, in denen er wirklich entwickelt, sehr, sehr stark, sehr, sehr aktiv und bewusst ist. Ihr könnt ihn sehen, ihr könnt mit ihm zusammensein, ihr könnt seine ganze Liebe, all seine Segnungen, alles, was er hat, unmittelbar sehen.

Es ist so, dass Gott all seine Gaben bereits geschickt hat. Er hat uns die Sonne, den Mond und die Sterne gegeben, die Früchte und die Blätter, all die liebevollen Geschwister und Eltern oder sonstige Verwandte und Freunde. Er hat uns diese indirekten Dinge alle zu unserem Besten und für unseren Frieden geschickt. Doch die wahre Verbindung und wie wir uns seiner direkt erfreuen können, das müssen wir noch erfahren.